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Kapikiri

Das Dorf Kapıkırı (Herakleia) befindet sich im Südwesten der Türkei, in der Ostbucht des Bafa-Sees. Das Dorf befindet sich auf der antiken griechischen Stadt Herakleia, die um 300 v. Chr. gegründet wurde. Deshalb steht es unter Denkmalschutz und im Gebiet um das Dorf sowie im Dorf selbst herrscht strenges Bauverbot, das erfreulicherweise den Hotelbau und den damit verbundenen Massentourismus verhindert. Die Häuser im Dorf sind zum größten Teil mit antiken Massivsteinen gebaut worden. Im Nordosten des Dorfes ragt das antike Latmos-Gebirge, auf Türkisch "Beş-Parmak-Dağı" (Fünf-Finger-Gebirge) in den Himmel, und bietet mit 1345 m Höhe eine fantastische Kulisse.

 

Die Felsenlandschaft um Kapıkırı herum zählt zu den schönsten und eindruckvollsten in der Türkei. Überall befinden sich gewaltigen Gneisbrocken, als ob sie von einer Riesenhand ausgestreut wären. Vom Dorf aus hat man einen schönen Blick auf den wunderschönen Bafa-See, dahinter gelegen ist der Zeytin Dağ (Oliven-Berg), der fast bis zur Spitze mit Olivenbäumen bedeckt ist. Die in der Sonne silbrig glänzenden Olivenbäume überziehen die Hügel und Berghänge um Kapıkırı. Die Gegend ist eine der olivenbaumreichsten Gegenden der Türkei.

 

Die ungefähr 330 Dorfbewohner treiben Viehzucht (Kühe und Rinder), leben vom Fischfang und stellen erstklassiges Olivenöl aus den veredelten Bäumen her. Im Dorfdialekt heißt der wilde Olivenbaum “delice” (der Wahnsinnige) und der veredelte “uslu” (der Anständige).

 

Sehenswertes

 

Die 6,5 km langen Stadtmauern mit mehr als 70 Aufsichtstürmen sieht man schon aus der Ferne. Die zwei bis drei Meter dicken Stadtmauern zwischen Aufsichtstürmen, Toren und Türmen mit Fenstern und Treppen sind sehr gut erhalten. Der Athene Tempel ist durch seine isolierte Lage auf einem hohen Felsen westlich Agora als Wahrzeichen der Stadt zu erkennen. Die aus lokalem Gneis bestehenden, früher verputzten, Tempelmauern stehen noch heute. Die Tempelinschriften liegen an der Nordseite des Tempels. Eine Tempelinschrift von der Südante wird im Museum Louvre aufbewahrt.

 

Berühmt ist Herakleia am Latmos vor allem durch Endymion in der griechischen Mythologie.

Die Mondgöttin Selene verliebte sich in den jungen gutaussehenden Hirten Endymion, den sie mit Hilfe von Zeus in einer Höhle im Latmos Gebirge in ewigen Schlaf versetzte, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm dadurch ewige Jugend zu schenken. Sie kam jede Nacht zu ihm in die Höhle und hatten gemeinsam fünfzig Töchter. Heute scheint der Mond immer noch so schön in Kapıkırı und bei einem Spaziergang unter dem wunderschön hellen Mondschein in der Nacht hat man das Gefühl, dass die Mondgöttin Selene und Endymion sich irgendwo im Latmos treffen.

 

Das Heiligtum des Endymion liegt im Süden der Stadt. Die Hauptkammer ist an der Rückseite gerundet; eine Mauer ist zwischen die hervorstehenden Felsvorsprünge eingebettet. Vor der Hauptkammer befindet sich eine Eingangshalle mit vier Säulen.

 

Hinter dem Athene Tempel liegt die Agora mit 110 m Länge und 60 m Breite. Auf der Südseite der Agora ist ein Hallengebäude mit Läden, die unter dem Niveau der Agora lagen und von außen zugänglich waren, zu sehen.

 

Die antiken Friedhöfe (Nekropolen) erstrecken sich über ein weites Gebiet im Umkreis der alten und neuen Stadt. Man entdeckte bis heute mehr als 300 Gräber. Die Gräber sind von karischem Typus: rechteckige Felsgruben, die mit einer Steinplatte abgedeckt waren. In Herakleia sind die Gräber südlich des Endymion Heiligtums. Einige von ihnen liegen nun unter Wasser, da sich der Wasserspiegel des Sees gehoben hat.